Archiv für 'Allgemein'

50 Jahre Erdbeerkönigin

Sonntag, 11. Juli 2010

Hier die Bilder von meiner wagemutigen, prunkvollen, freundschaftsvollen, beziehungsgeprägten und vor allem völlig unerwarteten Geburtstagsfeier. Tausendfachen Dank an Klaus, der als Superfotograf einfach dabei war und mir damit ein weiteres grosses Geschenk machte, meiner unentbehrlichen Schwester Jasmine und ihrem Mann Thierry, Susi’s Goldjungs und all denen die am Heftigsten und am Häufigsten Geschichten und Ideen erfinden und lügen mussten, damit ich nur ja nichts merken und vermuten könnte. Es ist gelungen. Bruno, du hast ein völlig unerwartetes Wunder eingefädelt ich bin gerührt und so dankbar.

Bist du heute zum ersten Mal im Blog?

Mittwoch, 17. Februar 2010

Gehe gleich links im Kalender auf das Datum des 8 Januars… da ist der Anfang. Alle rot geschriebenen Daten im Kalender sind Einträge, somit kannst du dich laufend oder kreuz und quer einklicken.  Ach ja, und die Atelier-Rapporte, die würde ich lesen, falls du wirklich wissen willst, wie wir gearbeitet haben und was so die Probleme des Alltags waren. Es sind viele Fachbegriffe darin und in einer anderen Façon geschrieben als die üblichen.

Viel Vergnügen.

Dario wird 18, ich kehre heim zu vier erwachsenen Männern

Mittwoch, 17. Februar 2010

Bruno hat an ganz vielen Menschen eine Einladung geschickt, eine Einladung zum Fest für Dario, da er politisch gesehen erwachsen wurde (geht noch nur ums Geld… Steuereinnahmen)  (wann ist man denn wirklich rechtlich politisch erwachsen?) und um meine Rückkehr zu feiern. Es war ein sehr schönes Fest mit vielen lieben Menschen, die mit ihren kulinarischen Mitbringeln das Fest vereinfachten.  Dario und ich haben uns Freunde und Bekannte und Verwandte geteilt und ich durfte viel erzählen. Natürlich kam auch Dario nicht zu kurz, es kamen einige Jugendliche Freunde, um ihm zu gratulieren.

Ich habe trotz meiner Rückkehr noch Einiges zu berichten und ich hoffe, dass sich diese Woche mein Blog dann schliessen will. Ich freue mich, wenn du gerne in meinem Blog gelesen hast und ich dir Bamako ein bisschen näher bringen konnte…. und wenn du vielleicht noch einmal mehr den Schluss von meinem Blog lesen  magst.

Letzte Stunden in Bamako

Mittwoch, 17. Februar 2010

Schweissgebadet sitze ich am Flughafen von Bamako. Das Checking war recht anstrengend, vor allem weil irgendein Bleichgesicht von Frau ein Problem damit hatte, dass ich vor lauter Kolonne mich vor ihre Nase gestellt hatte. Sie war vorher die Letzte, offenbar, was ich nicht richtig erkennen konnte vor lauter Menschen und sie wollte, dass ich ab sofort die Letzte sei. Danach ein einstündiges Warteschlangen stehen in Saunaqualität. Die bleichgesichtige Dame echauffierte sich zum 2. Mal, da ich nach 30 Minuten einer Aufforderung eines Uniformierten  folgte, mich genau dahin zu stellen wo er wollte, und das war dummerweise schon wieder vor dieselbe Dame. Ich glaube, die hat hier nichts gelernt! Wenn sie jetzt ein Problem damit hat, dass ich 2ocm vor ihr stehe, in dieser Warteschlaufe, 2,5 Stunden vor Abflugtermin,  dann weiss ich auch nicht, was ich noch sagen könnte.

Der Tag heute war wie schon beschriben anstrengend, und ständigen, unerwarteten Umständen unterstellt. Tina musste um 17.00h eine halbe Stunde auf mich warten, bis dass dann das Atelier und die Arbeiten wirklich so war, wie ich es mir wenigstens ein bisschen vorgestellt hatte. Tina kam ausserordentlich spät von ihrer Tour zurück, das Kopieren der DVD hat grosse Probleme bereitet. Und am Schluss hatte sie nach all der Liebesmüh doch nichts in den Händen. Und zu allem Unglück fiel die Tasche während der Fahrt vom Gepäckträger und der nächste  gleich trat auf das Original von der DVD. Zum Glück zerbarst nur die Hülle, nicht die DVD. Auf dieser DVD nämlich ist Tina zu sehen, im Centre. Mimi hatte vor längerer Zeit organisiert, dass  eine Filmequipe im Atelier Aufnahmen machte und nach vielem Stürmen und Bitten und Betteln hat es Mimi endlich geschafft, dass ich mit der besagten DVD nach Hause fliegen kann. Die Ausstrahlung der Sendung war gerade gestern und es gab einige Reaktionen von Nachbarn darauf. Man hat gratuliert und man fand, dass es wirklich gut gemacht sei.

Hier im  Wartesaal vom Flughafen ist es etwas kühler, vielleicht nur 28 Grad. Irgendwie kann man sich gar nicht vorstellen, dass so viele Menschen hier etwas möchten, nämlich abfliegen. Es hat also doch sehr viele Leute mit genügend Geld. Ich staune.

Nun bin ich mal gespannt, wie das Umsteigen in Paris funktioniert, dann das letzte Mal wurde ich ja ganz allein mit Namen abgeholt und chauffiert. Es könnte sein, dass ich nun schon auf den FlieAirbus darf…, noch 40 Minuten bis zum Abflug. Das Packen zu Hause war anstrengender als gedacht, musste doch noch mein ganz alter „Afrikaner“ mit mir gehen.  Entweder reichen 50000 CFA oder der alte Herr muss hier auf einen neuen Abnehmer warten, das war letztendlich meine Devise. Ich freue mich jedenfalls, dass ich ihn bekommen habe. Denn im Moment sollten wir auf Sparflamme leben. Für so eine Maske so viel Geld auszugeben ist schon ein  bisschen merkwürdig den  Angestellten gegenüber. Ich gebe für ein altes geschnitztes Holz ein ganzes Monatssalär aus. Es macht mir Mühe, mich für meinen Kauf zu freuen, wie sehr muss es die andern schmerzen zu sehen, wie einfach ich dieses Geld ausgeben kann.

Der Flug war pünktlich, das Umsteigen eisig kalt und: pünktlich, -11 Grad in Paris Charles de Gaulle. Vor dem Abflug wurde das Flugzeug noch enteist und dann mit 40 Minuten verspäteter Abflugszeit kam ich nur mit 11 Minuten Verspätung an. Bruno holte mich mit 2 wärmenden Jacken ab, den ich war ohne Socken und ohne Mantel in den Süden gereist. Und wo ich zurück bin, ist alles vereist.

die neuen Schülerinnen

Mittwoch, 17. Februar 2010

Hier die neuen Schülerinnen, einige konnten ihren Namen nicht selbst schreiben. Schülerinnen von 15 bis 25 werden aufgenommen. Kinder, welche noch gestillt werden dürfen mit in die Schule. Das hat noch nie Probleme gegeben.

Stick-Stiche

Mittwoch, 17. Februar 2010

Die Schülerinnen beginnen den neuen Kurs mit Sticken. Hier die fertigen Werke, einige Schülerinnen haben 3 Stick-Muster-Stücke erarbeitet, andere 2 und wieder andere, die ganz neu dazu gekommen sind, haben gerade mal einen angefangen. Ihr erinnert euch vielleicht, dass ich Fily so beraten habe, mit einem groben Stoffstück zu beginnen, als fadengebundene Stickereien zu machen um dann für die feinen Stoffe für die Porte-Bébés/Tragetuch, genug Übung zu haben. Fily ist sehr zufrieden über das Ergebnis und ich vermute mal, dass die Porte-Bébés besonders hübsch werden, da die einzelnen Stiche schon gut geübt werden konnten. In faden-ungebundenen Stickereien sollten jetzt keine grossen Probleme mehr auftauchen.  Der nächste Schritt kann nun getan werden.

letzter Tag im Atelier

Mittwoch, 17. Februar 2010

Das Herz wird eng, kleine ungesehene Tränen fliessen schon. Muss ich mich jetzt schon verabschieden? Wann wird das nächste Mal sein? 120 Stück von den Schreibetuis/trousses müssen mit auf den Flug. Dazu 32 wunderschöne Taschen. Ob  die Stoffe zu Hause gefallen? All das was ich auf heute “vorbereitet” hatte, lief genau nicht so, angefangen mit besagter Panne. Dann wollte Tina auch dringend eine Reunion machen und sie musste noch ein paar dringend wichtig Sachen auswärts erledigen. Tina war also lange nicht da. Wir assen nicht wie geplant im kleinen Restaurant des Voisins unweit des Centre, ich konnte meine Vorliegen nicht wie gedacht vorbringen, meine Ordnung und meine vorbereiteten Dinge auf dem Zuschneidetisch waren in einer anderen Ecke aufgestapelt zu finden( da wir ja zu spät ankamem) und… ach was soll ich euch alles erzählen. Je länger je mehr begreife ich, dass es wenig Sinn macht, allzuviel zu überlegen und zu organisieren, es warten hier so viele Überraschungen auf einen. Monsieur Keita, ein Rasta aus der Umgebung, kommt extra nochmals vorbei, um mich zu grüssen und mir zu sagen, dass ich bei ihm vorbeikommen soll, ich dürfe in der Schweiz den Rasta-Man nicht vergessen. Er will mir noch ein Geschenk geben. Der Voisin, der Marionetten-Spieler und Maskenverkäufer erkundigt sich, ob ich mich hätte entschliessen können, die uralte Kopfskulpultur aus Holz zu kaufen. ” Nein” vermittle ich ihm, ich hätte nur noch 50000CFA, und nicht 100000, die er anfänglich verlangte. Am Sonntag war er allerdings bereit, auch mit 75000 auskommen zu wollen. Und siehe da, er sagt ja, ich dürfe den vieux homme Africaine für 50000 haben. Das ist die Summe eines Durchschnittseinkommens pro Monat, entspricht etwa 115.-sFr. Also hole ich dann irgendwann mal den den sorgsam eingewickelten Mann mit Händen ab.

Dies geht nicht, ohne dass ich mich bei seinen Gästen nochmals hinsetze und mit ihnen ein paar nette Worte austausche und ohne den obligaten stark gesüssten grünen Tee, der üblicherweise in einem winzig kleinen Weissweinglas/Schnapsglas serviert wird. Lies den Rest »

allerletzte Fahrt ins Atelier

Mittwoch, 17. Februar 2010

… und schon rückte der letzte Tag, Montag der 15. Februar vor. Bis auf den kleinen Unfall ist alles wunderbar verlaufen. Frühzeitig um 7.30 wie immer starten wir mit unserem fahrbaren Untersatz. Je nach dem, wenn wir etwas später starten, kommen uns die Kühe entgegen. Der Viehtreiber hat glaube ich eine Schweizer Uhr, er ist immer pünktlich mit den immer gleich gemächlich wandelnden Kühen zu einem anderen Platz unterwegs.

Heute allerdings, dort wo uns die Kühe zum Halten zwingen, falls wir drei Minuten zu spät sind, erwischt das Hinterrad einen Stein offenbar so blöd, dass wir einen Platten einfangen. Ausgerechntet heute  nach sovielen Steinen und Löchern, war es offenbar dochdas letzte Erlebnis, was mir noch fehlte und somit wirklich mal an der Reihe. Doch ausgerechnet an meinem letzten Tag? Wir kamen natürlich verspätet an. Zum Glück entdeckten wir Mariam auf dem Weg, so konnten wir ihr die Atelierschlüssel wenigsten übergeben. Ich glaube wir  hatten dann nur 5 Minuten Verspätung, denn der Gardien kam uns auf den letzten 300Metern entgegen und er verabschiedet sich regelmüssig um 8.30. Das flicken des Pneus war ganz ganz einfach, erst jetzt entdecke ich, dass es auf einer Strecke von 30 Metern 3 mögliche mTöff-Flicker gibt. Dort wo viele Steine sind, da hat es gleich zwei nebeneinander, eine weitere Konkurrenz hat ihren Sitz  gleich vis-à-vis.

neue Coiffure für Tina

Mittwoch, 17. Februar 2010

Was für uns ein Mantel für den Winter, die Badehose für den Sommer bedeutet, ist für die Frau von Bamako offenbar die Frisur, die alle 2 Wochen gewechselt wird, je nach Einkommen natürlich. Ich kenne ein paar Frauen, die haben mehr als einen Wintermantel, mehrere Badehosen und auch mehrere Schuhe. Tina konnte 2 Nächte lang nur mit aufgestütztem Kopf schlafen, da die neue Frisur extrem an der Kophhaut zieht. Stundenlanges Sitzen und mindestens 2 Helferinnen, insgesammt 6 Hände sind schon nötig. Alle haben immer was zu tun, ob flechten oder Mèches vorbereiten und Abteilen, spielt keine Rolle. Nicht zuletzt werden auch viele kleine Gummis gebraucht um die vielen Zöpfe festzuhalten.

neue Stoffe

Mittwoch, 17. Februar 2010

Am letzten Tag habe ich nochmals einen Versuch zum Aufräumen gemacht. Frau möchte die Arbeit so hinterlassen, dass nicht ständig gesagt werden muss: “Das ist noch ein Rest von Susanne, hat sie angefangen aber nicht geschafft.” Es reicht nun schon mit den Aufträgen, die nicht  ganz erfüllt werden konnten. So mache ich Versuche mit letzter Kraft der malischen, sehr teuren Batterien, möglichst viel zu Hause in der Schweiz dokumentieren zu können. Zum Beispiel die Stoffe, die ich zusammen mit Tina eingekauft habe. Das ging mit ihr einfach viel besser als mit Mariam. Mariam muss noch zünftig lernen, in irgendeiner Form Geschäftsinteresse zu entwickeln, nicht nur für die Arbeit, das reicht nicht in diesem ehrgeizigen Projekt leider nicht.