Letzte Stunden in Bamako

17. Februar 2010

Schweissgebadet sitze ich am Flughafen von Bamako. Das Checking war recht anstrengend, vor allem weil irgendein Bleichgesicht von Frau ein Problem damit hatte, dass ich vor lauter Kolonne mich vor ihre Nase gestellt hatte. Sie war vorher die Letzte, offenbar, was ich nicht richtig erkennen konnte vor lauter Menschen und sie wollte, dass ich ab sofort die Letzte sei. Danach ein einstündiges Warteschlangen stehen in Saunaqualität. Die bleichgesichtige Dame echauffierte sich zum 2. Mal, da ich nach 30 Minuten einer Aufforderung eines Uniformierten  folgte, mich genau dahin zu stellen wo er wollte, und das war dummerweise schon wieder vor dieselbe Dame. Ich glaube, die hat hier nichts gelernt! Wenn sie jetzt ein Problem damit hat, dass ich 2ocm vor ihr stehe, in dieser Warteschlaufe, 2,5 Stunden vor Abflugtermin,  dann weiss ich auch nicht, was ich noch sagen könnte.

Der Tag heute war wie schon beschriben anstrengend, und ständigen, unerwarteten Umständen unterstellt. Tina musste um 17.00h eine halbe Stunde auf mich warten, bis dass dann das Atelier und die Arbeiten wirklich so war, wie ich es mir wenigstens ein bisschen vorgestellt hatte. Tina kam ausserordentlich spät von ihrer Tour zurück, das Kopieren der DVD hat grosse Probleme bereitet. Und am Schluss hatte sie nach all der Liebesmüh doch nichts in den Händen. Und zu allem Unglück fiel die Tasche während der Fahrt vom Gepäckträger und der nächste  gleich trat auf das Original von der DVD. Zum Glück zerbarst nur die Hülle, nicht die DVD. Auf dieser DVD nämlich ist Tina zu sehen, im Centre. Mimi hatte vor längerer Zeit organisiert, dass  eine Filmequipe im Atelier Aufnahmen machte und nach vielem Stürmen und Bitten und Betteln hat es Mimi endlich geschafft, dass ich mit der besagten DVD nach Hause fliegen kann. Die Ausstrahlung der Sendung war gerade gestern und es gab einige Reaktionen von Nachbarn darauf. Man hat gratuliert und man fand, dass es wirklich gut gemacht sei.

Hier im  Wartesaal vom Flughafen ist es etwas kühler, vielleicht nur 28 Grad. Irgendwie kann man sich gar nicht vorstellen, dass so viele Menschen hier etwas möchten, nämlich abfliegen. Es hat also doch sehr viele Leute mit genügend Geld. Ich staune.

Nun bin ich mal gespannt, wie das Umsteigen in Paris funktioniert, dann das letzte Mal wurde ich ja ganz allein mit Namen abgeholt und chauffiert. Es könnte sein, dass ich nun schon auf den FlieAirbus darf…, noch 40 Minuten bis zum Abflug. Das Packen zu Hause war anstrengender als gedacht, musste doch noch mein ganz alter „Afrikaner“ mit mir gehen.  Entweder reichen 50000 CFA oder der alte Herr muss hier auf einen neuen Abnehmer warten, das war letztendlich meine Devise. Ich freue mich jedenfalls, dass ich ihn bekommen habe. Denn im Moment sollten wir auf Sparflamme leben. Für so eine Maske so viel Geld auszugeben ist schon ein  bisschen merkwürdig den  Angestellten gegenüber. Ich gebe für ein altes geschnitztes Holz ein ganzes Monatssalär aus. Es macht mir Mühe, mich für meinen Kauf zu freuen, wie sehr muss es die andern schmerzen zu sehen, wie einfach ich dieses Geld ausgeben kann.

Der Flug war pünktlich, das Umsteigen eisig kalt und: pünktlich, -11 Grad in Paris Charles de Gaulle. Vor dem Abflug wurde das Flugzeug noch enteist und dann mit 40 Minuten verspäteter Abflugszeit kam ich nur mit 11 Minuten Verspätung an. Bruno holte mich mit 2 wärmenden Jacken ab, den ich war ohne Socken und ohne Mantel in den Süden gereist. Und wo ich zurück bin, ist alles vereist.

Seitenanfang

Sag was dazu!