Archiv für den 1. Februar 2010

Der neue Montag mit neuen Schülerinnen

Montag, 1. Februar 2010

Im Atelier ist es warm, einfach so warm wie bei uns im Sommer und du willst nichts anderes tun, als möglichst rasch in die nächste Badi. Dein Hirn funktioniert verlangsamt und nur mit grosser Anstrengung. So vieles sollte noch getan werden. Ich werde es nicht schaffen. Das erste Mal stellt sich bei mir eine gewisse Traurigkeit ein, eben zuzugeben, dass eben nicht alles zu schaffen ist, auch wenn frau sich noch so darum bemüht. Wir Frauen, wir meinen doch immer wieder, die Welt verändern zu können. Aus einer Zitrone gibt es nur Zitronensaft, keinen Orangensaft. Ich bin und bleibe also eine saftige Zitrone, die ihren ganzen Saft hergibt. Mangobäume und Johannisbeeren stehen vor der Türe…

Die neuen Schülerinnen waren hier. Ich habe mich beim Unterrichten eingesetzt und auf Handhaltung, Nadelhaltung etc. geachtet bis hin, wie man den Faden zwischen kleinem Finger und Ringfinger “einklemmt”. Fily macht es sicher gut, doch mit kleinsten Mitteln könnte sie vielen Fehlern die die Schülerinnen fast machen müssen, ausweichen. Ich kann es nicht lassen, ist es mir doch sehr wichtig, dass von anfang an die Stoffe richtig in die Hand genommen werden. Ich staune, wieviel es braucht, drei Fäden abzuzählen, es ist nicht zu fassen.

Abends leisten wir uns vier Frauen ein wunderbares Mahl im Centre Culturel.

Es war wirklich fein. Mit dem Töff ging es zurück, und dies nicht ohne Begleitung eines Ex-Schülers, der mich zu-fällig an der einen Ecke bei der BIMS trifft. Tina hatte sich von dort abholen lassen. Sie hatte wohl Angst mit mir auf dem Töff. Seydou begleitet mich also bis nach Hause. Er ist von der Elfenbeinküste und unterrichtet momentan die SchülerInnen von Mimi. Ein Mann mit Charme und Elegance. Und so jung.

Am Abend zu Marie-Emma

Montag, 1. Februar 2010

Dann zog es mich nochmals ins Atelier, ich flickte meine defekte Hose und ein paar andere  Sachen wurden neu organisiert. Für den Montag sollte alles schön bereit sein. Und dann war ich noch bei Marie-Emma. Ihr Sohn und ganz viele andere Kinder sind zur Zeit krank. Keine Schweinegrippe, aber wohl was ähnliches. Müde und zufrieden kam ich sehr spät nach Hause.

Auch Marie-Emma ist Promotrice von einem Centre, habe ich schon mal geschrieben, glaub. Sie haben nebenbei auch noch vor allem Waisenkinder, die durch sie geschult werden. Auch hier ist man bemüht, die Jugend aufzuklären. Aids ist überall. Schwanger sind zu viele Mädchen. Und das schwarze Thema Beschneidung wird in einigen dunklen Winkeln immer noch ausgeübt, obwohl es verboten ist. Ich zeige Marie-Emma die Modelle der Genitalien von Mann und Frau. Gute Mitleser wissen, dass es sich hier nur um die Modelle von Christine Peter handeln kann. Marie-Emma weint und zittert, sie will nicht dass der neuen Generation das angetan wird, was ihnen angetan wurde. Sie freut sich sehr über die Spende von Christine. Unser Center hat bereits solche tollen Anschauungsmaterialien, ich konnte diesmal nochmals einige mitbringen. An dieser Stelle möchte ich Christine Peter nochmals herzlich für ihre Spende geistigen und materiellen Eigentums danken.

der vierte Sonntag in Bamako

Montag, 1. Februar 2010

Eigentlich wollte ich nochmals ins Atelier (Sonntagmorgen), meine Ruhe hier haben, draussen an der Sonne sein und gleichzeitig etwas püscheln… Doch dann überzeugte mich Tina, mit ihr auf  den „Can“ (?Camp?) zu kommen. Hauptsache draussen, das war mir wichtig. Dort angekommen war man gerade daran, sich von einer Frau zu verabschieden, die vor 3 Tagen beerdigt wurde. Am dritten Tag kommen offenbar nochmals viele Verwandte und Bekannte zusammen. Tina hat mich total herzlich und nett in diese Gesellschaft hineingebracht und ich  war erstaunt, wieviele Menschen auf kleinstem Platz Platz haben können. Besser gefiel es mir bei den Frauen.

Etwa zu Zwanzigst waren wir daran, etwas aus gemahlener Hirse zu machen, so ähnlich wie Maisribel eben ganz feine Hirseribel. Ich glaube es wurden etwa 200 kleine Beutelchen oder mehr abgefüllt. Zur Hirse, die im Dampf gegart wurde, kam nachher nochmals Wasser hinzu und dann noch fermentiertes Milchpulver und eine Tonne Zucker. Herrlich dieses Gegacker auf diesem Hof. Jede wusste es besser wie man es macht und alle wussten was zu tun ist. Niemals sah ich irgendeine Aufgabenaufteilung. Es wurde einfach gemacht und nach 2 Stunden waren etwa 60 Liter Brei verpackt und gleichzeitig gab es Reis mit etwas Gemüse.  Als die Frauen fertig gekocht und gegessen hatten, ging man wieder zu den Männern, die sassen immer noch dort. Und nun stehen plötzlich 3 Kinder im Hof mit grossen Augen. Sei bekommen alle drei einen Beutel Hirsebrei. Drei Minuten erscheinen weitere 2 Kinder mit noch grösseren Augen und noch zerschlissereneren Kleidern. Und fünf Minuten später, du glaubst es nicht, da kamen fünf. Es hat sich also herumgesprochen, dass es hier was zu essen gibt. So profitieren auch noch andere Kinder vom Tod einer jungen Frau und Mutter welche mit 35 an Krebs gestorben ist. Ein schöner halber Tag bis etwa 14.00h. Danke liebe Tina. Danach verabschiedeten wir uns und zu Hause gab es als erstes eine Dusche.

Kleinigkeiten aus dem Centre

Montag, 1. Februar 2010

Hier noch ein paar kleinere Artikel, die in letzter Zeit durch viele tolle Frauen mit ihrem unermüdlichen Einsatz hergestellt werden. Margrith gibt uns häufig Bestellungen für  die kleinen Trousses, die sind sehr beliebt und immer sehr gefragt. Die hübschen afrikanischen Stoffe machen es einem manchmal schwer, das “Schönste” trousse auszusuchen.

Taschenkollektion aus unserem Center

Montag, 1. Februar 2010

Ich setze hier mal ein paar  professionelle Taschen (mit leider nicht professionellen Bilder) ins Internet. Wer weiss, vielleicht interessiert es dich ja. Ich habe praktisch leere Koffer. Der Höchstpreis einer Tasche liegt bei ca 8000 CFA, das dürften etwa 18 Franken sein.

ich sollte jeden Tag jemanden heiraten

Montag, 1. Februar 2010

Nach einem Samstagmorgen im Atelier, nach einem Einkauf von Shampoo, Hygieneartikeln für die voll entwickelte Frau, fettenden Cremes , nach einem Einkauf von erneutem schwerem Papier für die Schnitte und anderem Krimskrams fürs Atelier traue ich mich zum ersten Mal bis ins Centre Cultur franCais oder wie es auch immer heisst. Und gleich dort um die Kurve, da wohnt Mimi. Habe mir in den Kopf gesetzt, mindestens eine Stunde am Niger zu sein. Dies gelang mit einigen Unterbrüchen, den viele junge Männer aus Burkina Faso Lies den Rest »