Archiv für Januar 2010

So funktioniert in Schnelle das Centre

Mittwoch, 27. Januar 2010

Die Mädchen bezahlen eine Einschreibegebühr von 1000CFA/sFr. 2.31! Dann bezahlen sie 500CFA pro Monat ein, also 1,15 sfr..Das einbezahlte Geld wird für sie aufbewahrt, während des ganzen Kurses. Will ein Mädchen einen Stoff kaufen und die Familie hat kein Geld,

so hat sie schon einbezahlt und darf von dem bereits Einbezahlten beziehen. An diesem Samstag kam es dann zur Rückzahlung von 19 mal 500CFA. Mädchen, die während des 18monatigen Kurses länger blieben und z.B. noch zusätzlich Essen vorbereiteten und sonst noch halfen bekamen sogar 14000CFA zurück=  32.sfr!!! Es gab aber auch solche, die hatten den Monat Dezember und Januar noch nicht bezahlt und das wurde entsprechend abgezogen. Das haben nicht alle verstanden. Ich weiss auch warum. Hier in Bamako scheint das Hirn genau für 24 Stunden Kapazität zu haben. Lies den Rest »

Diplomfeier, Teil 3, Schmerz

Dienstag, 26. Januar 2010

Hab ich das schon berichtet, dass ich jeden Tag mit dem Mofa zur Arbeit fahre. Ein schönes Stückchen Freiheit, sonst könnte ich euch ganz viele Geschichten aus dem Sotrama erzählen.

Tubabub, so schreien mir die Kinder nach, was wohl soviel wie Bleichgesicht, Weisse oder eben nett gesagt Europäerin heisst. Die fahrende Tubabu hat viele Aufnahmen eine Woche vor der Dipomübergabe gemacht.

Heute allerdings nach der  Diplomabgabe wurde diese Freiheit etwas düster. Glücklich waren wir am nach Hause fahren, ganz langsam tuckerte ich durch die Wahnsinn von Verkehr. Alles geradeaus, und wir sind zu Hause, dachte ich wohl, als ein Entgegenkommender einen halben Meter vor meiner Nase rechts abbiegt. Er war so schnell und ohne Blinker, ich konnte es kaum fassen und bumms wir beiden Hübschen lagen mitten auf der Strasse. Lies den Rest »

Diplomfeier Teil 2

Dienstag, 26. Januar 2010

Dann geht alles schnell, Tina hält ihre Ansprache, dann gibt zwei Rezitationen  und einen Gesang der Schülerinnen. Das Gedicht handelt macht eine nette Anspielung zur  Korruption und das zweite Gedicht zeigt die Frau auf, wie sie als Dach der Welt funktioniert. Das Lied nachher erzählt von den vielen schönen Stunden hier in dieser Schule. Es wurden verschiedene wichtige Personen ausgewählt, die die Diplome überreichten. Jede Schülerin bekam persönliche nette Worte mit auf ihren Weg. Sehr emotional, mich hat es sehr berührt, obwohl ich kein Wort verstanden habe. Dann wird noch getanzt, aber nur die Mädchen und ich natürlich auch. Alle haben sich wegen mir sehr erfreut oder amüsiert.

Eine Riesenapparatur von Lautsprechern wurde aufgestellt, damit hätte man wohl fast das Hallenstadion beschallen können. Und ohne Rückkoppelungen war gar nichts möglich. Es war einfach schön. Zuerst wollte Tina zum Nachbarn, weil der soviel Platz hat. Doch das hätte bedeutet, dass wir Miete bezahlen müssen, plus ein Dach für Schatten. Lies den Rest »

Diplomfeier in der Anfangsphase, Teil 1

Sonntag, 24. Januar 2010

Erkennst du Mariam wieder? Sie hat sich für heute was ganz einfaches ausgedacht, eine Perücke.

Die Feier beginnt mit der Aufsuche  nach einem Salon. Nachdem ich bereits um 7.30 im Atelier war, by the way die erste Hälfte der Getränke auch dort  abgeladen hatte (48 kleine Plastikflaschen), um die vergessenen Papiere, die noch zu kopieren waren, zu holen, fahre ich Tina in einen Salon. Wir waren gestern schon unterwegs, auf Salonsuche. Doch waren die meisten schon zu, zu lange brauchten die im Cyber für die Kopien und Tina musste die Bambara-Schrift nochmals abschreiben. Da hat sie doch noch einiges zu tun, falls sie immer nur nach und nach alles macht. Vorausdenken ist hier absolut tabu. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wieviel  Zeit es in Anspruch nahm,  von 5 Originalen Kopien zu machen… ich kriege grad einen dicken Hals. Zu verwöhnt bin ich mit Lies den Rest »

vor langer Zeit auf dem Markt mit Mofa

Sonntag, 24. Januar 2010

Einmal vor langer Zeit war ich auf dem Markt. Davon habe ich keine Fotos… dafür die ersten fertigen Kleider der Schülerinnen.  Mariam weigerte sich anfangs mit mir zum Markt zu fahren, so wollte mit dem Sotrama, Kleinbus für  etwa 30 Personen, wenn man Geissen und Gepäck mitrechnet, die hätten auch noch auf dem Dach Platz, in der Schweiz wäre ein Sotrama regulär für 12 Personen möglich. Das Thema Sotrama ist es Wert noch mehr darüber zu schreiben.  Doch das später einmal. Schade, dass die Malier extrem schlecht auf Fotos reagieren, so fehlt mir oft der Mut, die Kamera zu zücken. Böse Worte und grosse schnelle  Schritte der  soeben fotografierten Person Richtung Fotograf  könnten eine Folge sein. Mit samt runterschlagen der Kamera. Man muss also immer zuerst fragen, auch wenn es noch so banal nach Gebäude aussieht. Der Markt ist wie ein Videoclip, alle 0,9 Sekunden ein neuer Cut, ein neuer Eindruck. Kein Wunder kamen wir völlig erschöpft wieder im Atelier an. Die Reise zum Grand marché dauert sicher 30 Minuten, inklusive mindestens mit elf zu überstehenden Gefahren. Ich habe kapiert, warum Mariam nicht mit mir fahren wollte. Ich entschied mich dann eben, dass ich fahre und sie hinten sitzen müsse, mit dem Ergebnis, dass sie vor den restlichen acht zu bestehenden Gefahren rund um den Grand Marché Angst hatte. Sie übernahm nun das Steuer selbst. Nun, das machte mich nicht traurig. Der grosse Kreisel vor dem Marché ist wirklich der Wahnsinn. Zweispurig der Kreisel im Kreisel drin muss den rechts einfahrenden Vortritt gewährleistet werden. Das dass nicht funktionieren kann, hier in Bamako ist klar. Aus diesem Grund wurde wohl entschieden, dass an mindestens drei Orten ein echter Verkehrspolizist leitet. Das sieht dann so aus:

Mit seiner Kelle gebietet er uns zu halten. So halten wie vor einem Töffrennen an einer unsichtbaren Startlinier mindestens 50 Mofas, alle knatternd und stinkend und laut und natürlich muss jeder zeigen, wie gut er „gäseln“ kann. Also das Handgelenk immer in Bewegung, damit alle fünf Finger den Lenkergriff umklammernd mehr Gas für das Mofa erzielen können. Renfler, dies das hübsche französische Wort dazu, dieses Verb kann auch für „schnarchen“ eingesetzt werden. Also 50 extrem laut schnarchende Mofas warten ungeduldig auf das Startzeichen das Polizisten. Den Rest kannst du dir selbst vorstellen. Geschickt ist es, wenn du bereits in einer  beliebten Startposition stehen kannst.

Atelier-Rapport 15, 22. Januar

Freitag, 22. Januar 2010

Bilder: Der Eingang, dann rechts gehen, so ist das Freiluftschulzimmer links, vom Schulzimmer her die Eingangstüre zum Atelier, Fili sitzt an der Nähmaschine.

Und nun noch ein Foto von Mariam und 2 von Fili

Heute habe ich extrem wenig geschlafen, um Mitternacht bemerkte ich, dass mein Fotoapparat fehlt. Kurzfassung: Er lag ruhig im Atelier… all die Fantasien, die um diese Zeit losgingen kannst du dir sicher gut vorstellen. Ich war überzeugt, die Kamera im Cyber liegengelassen zu haben.

Die Schülerinnen sind das letzte Mal hier, das wird irgendwie spürbar. Tina hat so viel zu tun, wir kommen gar nicht recht vom Fleck. Es muss noch berechnet werden, wieviel jede Schülerin zurückbekommt. Im Atelier arbeiten Mariam und Fily selbstständig, ich bin zufrieden. Ich habe ihnen nun gezeigt, wie das mit den Satinketten funktioniert. Gerne würde ich diese in den Verkauf geben. Wenig Arbeit, noch weniger Materialkosten, recht guter Erlös, wie ich von Ex-Teilnehmern höre. Nur, diese Bänder sind veraltet und man bekommt nur noch Restbestände und ausgebleichte Farben. Ein paar haben wir zwar bekommen, die werden sicher verarbeitet. Tina braucht Stunden für die Kopien der Bulletins. Sie ist wieder ganz lange weg und kommt ohne Ergebnis dafür mit Geld für die Schülerinnen nach Hause. Nach der Atelierzeit sitzen wir schon wieder im Cyber und versuchen einigermassen gute Drucke zu bekommen. Nur ist der Verantwortliche nicht da, man muss telefonieren, dann kommt der und dann hat er vergessen wo sie sind und… Definitiv wird im Atelier gefeiert, Film wurde gestrichen. Ein Budget von 30000 für Getränke wird aufgestellt und für die Musik am Schluss.

Wichtige intime Geschäfte in Bamako…

Freitag, 22. Januar 2010

Ein heisses Thema ist hier die Toilette. Wenn man am “Schulzimmer” = grosse Pergola vorbeimarschiert, kommt man an der Küche vorbei, das heisst am Ofen für Essen und Kohle fürs Bügeleisen.  Dann leicht links halten, Sicht auf das grosse Eingangstor, links dann das Scheisshäuserl. Ich meine jetzt die Toilette vom Centre. Sicher ahnst du es: es ist ein Stehklo, ist ja auch vernünftig, denn niemand würde sich je dadrauf setzen wollen. Das heisst: man muss so oder so zielen. Entweder in der hohen Hocke für uns Frauen oder ganz tief. Das Problem dabei sind für mich die Hosen. Wenn die Hosen unten sind, dann würden sie den Boden berühren… was also soll ich tun, um Hose gen unten zu haben, ohne dass diese in Berührung mit den horizontalen Gegebenheiten kommen? Eine Frau mit Rock, ja das ist einfach. Rock hoch und die Sache ist erledigt.  Oder doch nicht so einfach. Was passiert mit den hübschen unteren Unterwäsche, wenn man breitbeinig stehen sollte? Man muss sich nur noch einig sein,  ob man im Stehen oder

in der Hocke besser zielen kann. In der Hocke sollte der Strahl so weich sein, dass er nicht zu stark auf die Keramik donnert, sonst spritzt es und die Füsse werden mit dem ureigenen hellgelben Wasser nett begrüsst. Es sind nur ganz kleine feine Tröpfchen. Man sollte auch den Winkel Lies den Rest »

rückwärtsläufiger Blog

Donnerstag, 21. Januar 2010

hallo falls du dich heute zum ersten Mal einloggst. Hier geht alles rückwärts, du siehst immer den neuesten Bericht.

Danke für deine Kommentare, falls du direkt einschreiben willst. Meinen aller-aller-ersten Eintrag findest du übrigens hier.

Stillen

Donnerstag, 21. Januar 2010

Brust raus, Kind dran, egal wo man ist, im Sotrama, am Essen, am Nähen, wurscht.

Die Brust ist wie die Hand ein Teil des Körpers ohne den man nicht leben kann, bzw. eben das Kind nicht leben kann. Es sind immer wieder Frauen zu entdecken, denen ist es völlig egal, ob der Busen rausschaut oder nicht.

Wann hast du Geburtstag?

Donnerstag, 21. Januar 2010

Heute hat meine Schwester Jasmine Geburtstag! Ich möchte dir auf diesem Weg einen ganz schönen Tag wünschen, oder besser gesagt, noch einen schönen Abend wünschen mit möglichst vielen Menschen, die an dich denken. Falls jemand von euch ihr auch noch gratulieren möchte… so wird sie sich sicher freuen. Heute war es sehr streng im Atelier, ich wäre gescheiter als Oktopus auf die Welt gekommen. Die Zeugnisse, Diplome sollen berechnet sein, und schön geschrieben, einige Papiere sollten noch in die Ordner der Schülerinnen… So langsam werde ich auch zur Afrikanerin, die da mal was macht und dort was, und wenn das Angefangene nicht fertig ist, so macht das auch nicht. So Allah will, so werde ich morgen noch legen und mein Werk in einer anderen Art erledigen. So stillt die Frau, so essen die Kinder bei Tina mit dem Hausmädchen.

Auf den Bildern stellvertretend eine der Frauen, die sich hier gratis ausbilden lassen dürfen. Die Kinder sind immer dabei. So wurde ich schon manchmal auch Babysitterin. Viele Frauen sind nicht verheiratet, das scheint die Tagesordnung zu sein, denn sie haben ja keine Ausbildung vorher gehabt, und bestreiten ihr junges Leben in der Familie mit einem weiteren Kind. So gibt es viele “grand frères und grand soeurs”.

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