Archiv für Januar 2010

Atelier-Rapport 20, Freitag 29. Januar

Freitag, 29. Januar 2010

Also die ganze Woche keine Stagiaire, ich hoffe, dass sie die nächste Woche kommen werden, es gibt noch soooooviel zu tun, mir wächst die Sache fast über den Kopf. Fily hätte sich wohl kaum vorbereitet auf Montag, hätte ich nicht etwas gesagt. Bei der Aufräumerei im Schulzimmer  kam sehr viel Material zum Vorschein, Lies den Rest »

Tagesbericht vom heutigen Markteinkauf

Donnerstag, 28. Januar 2010

Wieso Mariam nicht gerne auf Stoffeinkauf geht, dass erfahre ich am eigenen Leib. Es ist verdammt schwierig. Excusé.

Dieser Wahnsinn von Verkehr, da würde manch einer von euch selbst als Gast in einem Taxi ins “Hypern” kommen. Alle die den Irrsinn von Verkehr in Indien kennen, sollten noch einen Zahn dazurechnen. Ich schrieb schon mal von einem ultimativ grossen Kreisel.  Heute zählte ich die Mofas , welche mit uns am Kreisel  in “start-position” auf das Zeichen des Polizisten für freie Fahrt warteten: 68! Lies den Rest »

Visa verlängern in Bamako / Prolonger Visa à Mali, Bamako

Donnerstag, 28. Januar 2010

Dies ein wichtiger Bericht für alle die ihr Visa in Mali verlängern wollen.

  1. Erkundige dich genau wann die Öffnungszeit für Visaverlängerungen ist. Die ist anders als die anderen, nämlich am 27. Jan 2010 von 8.00h-12.00. Das heisst die verantwortliche Dame erscheint um 8.00h macht zuerst ihr Gebet, dann Toillette, dann wird der Tisch mit einem Lappen gewischt, in einem Becher ein Plastikbeutel mit Trinkwasser, auf einem Teller ein Brot. Dann holt sie aus der einen Schublade alle Papiere und Kopien, die auf dem Tisch liegen müssen, inklusive Etiketten, die sie von Hand voher zuschneidet. Um 8.30h ist sie bereit.
  2. Suche irgendwo eine Marke im Wert von 200CFA. Die von den sitzenden Angestellten angewiesene Boutique „dehors à droite“/draussen rechts, war um 8.45 noch zu. Die andere Boutique draussen links, Lies den Rest »

Atelier-Rapport 19, Donnerstag 28.Januar

Donnerstag, 28. Januar 2010

Der Marktbesuch raubt mehr Kräfte als man je denken könnte. Es ist extrem schwierig, locker durch den Markt zu wandeln, wenn man ganz neu hier ist. Lies den Rest »

Atelier-Rapport 18, Mittwoch 27.Januar

Donnerstag, 28. Januar 2010

Komme wegen Visageschichten erst um 10.o0 im Atelier an. Alle Kinderkleider werden beschriftet und „etikettiert“ mit Namen, Zeitaufwand und Grösse. Lies den Rest »

Wasser kaufen- Visum verlängern

Mittwoch, 27. Januar 2010

Wasserprobleme heute. Ich erfahre, dass bisher entweder Schülerinnen oder bezahlte Frauen das Wasser herbringen. In grossen Eimern, auf dem Kopf getragen. Somit wird ein grösserer Tank efüllt.  Die Frau, die den riesigen Wasserkübel elegant und scheinbar unbeschwert auf dem Kopf trägt sehe ich  bestimmt vier Mal. Meine Ahnung sagt, dass es weit mehr war. Weiter gibt es auch noch so Plastikkanister, aus welchem das Trinkwasser abgefüllt werden kann. Ich koche das natürlich immer ab, man sagt, dass dies Wasser bisher noch keine Tubabu ertragen habe…

Meine Töffverletzungen waren gestern ziemlich arg. Ich war sehr sehr müde und um acht bereits im Bett. Heute ziept es nur noch so, wie wenn man dauernd ganz langsam ein dreitägiges Pflaster von der Haut abziehen möchte. Das Knie ist noch taub, es sieht aber so aus, als ob eine Heilung in Gang gekommen sei. Die Brandwunde an der Wade braucht auch viel länger als gedacht. Was solls, im nächsten Sommer sieht man sicher nichts mehr.

Nun sind die langen Hosen so schmutzig, die kann ich nicht mehr anziehen, die Caprihosen geben nun den Blick frei auf meine Verletzungen, das ist gar nicht das was ich mir wünsche. Im Atelier ist die Sinuskurve auf einem momentanen Tief. Wie jede Welle braucht es ein Tief um wieder hoch zu kommen. Wir haben eine grosse Bestellung bekommen, die Färberin hat nicht gut gearbeitet und ich habe den Stoff trotzdem genommen. Man erklärt mir, dass ich mich hätte wehren sollen. Ja, schon zu spät, man wird erst auf ein anderes Mal gescheiter. Nach einem erfolglosen Versuch mein Visum zu verlängern sitze ich nach einer langen Taxifahrt im Hotel Relais. Lies den Rest »

Atelier-Rapport 17, 26. Januar

Mittwoch, 27. Januar 2010

Probleme mit dem Wasser. Die eine Möglichkeit ist ab heute defekt, der Maire hat scheins verkündet, dass diese Quelle micht mehr repariert werde. Wenn das überhaupt eine Quelle sein soll, vermutlich irgend ein bewachter Wasserhahn. Das Center hat also ab sofort ein Problem. Lies den Rest »

Atelier-Rapport 16, 25.Januar

Mittwoch, 27. Januar 2010

Keine der beiden Stagiaire erschien heute… Da gestern der Menuisier fast alles liefern konnte  und ich noch eine kleine Zusatzbestellung machte, bin ich heute Montag extra früher ins Center, um Vorbereitungen zu treffen und Fili und Mariam gleich in die Neuorganisierarbeit zu integrieren. Fily macht hundert Komplimente, Marian und Tina hatten keinen einzigen Kommentar zur neuen Möblierung. Lies den Rest »

Wasser und Staub

Mittwoch, 27. Januar 2010

Und immer noch  ist es zu früh, das Thema der Nasszelle zu verlassen. Ich möchte klar festhalten, dass ich hier sozusagen schon im Luxus wohne. 80% der Bevölkerung hier ist nicht in der Lage, eine so feudale Nasszelle zu haben. Das Wasser fliesst nämlich von alleine. Nach warmem Wasser zu fragen ist schon unverschämt, obwohl es natürlich zwei Griffe hat ( hei nomal, wiä heisset diä beide Dinger für chalt und warm Wasser?) Je nach Tageszeit ist auch selbstverständlich der Wasserdruck ein Problem. Wenn es überhaupt Wasser hat, denn wir mussten schon einige Male auf die verdiente Dusche warten. Ich dusche also jeden Tag einmal, und dies zünftig.

Bilder: Füsse vor und nach dem Waschen, Schlafzimmer mit Räuchertopf.

Gehe ich frisch geduscht und mit geputzten Zähnen direkt ins Bett, ohne noch gross etwas zu tun, so staune ich immer wieder, wie schmutzig meine Hände am Morgen sind. Als ich als Kind einmal die Wirkung der Seife entdeckte, freute ich mich besonders gerne, wenn das bisschen Wasser was von den Händen tropfte auch wirklich dunkelgrau sichtbar war. Nun hier ist es nicht grau, sondern eher ziegelrot. Meine Füsse kriege ich schon gar nicht mehr sauber.  Ich bitte hier um eine sofortigen Termin für eine Pedicüre, wenn ich nach Hause komme. Lies den Rest »

Thema stilles Örtchen nochmals aufgegriffen

Mittwoch, 27. Januar 2010

Anders als das Stehörtchen in der Schule ist die  Nasszelle von Tina. Ihre Wohnung ist ein Neubau, sie ist die erste die darin wohnt.  Wie in Indien, so ist hier der Name Nasszelle der einzig richtige. Beim Duschen werden gleichzeitig das Klo und das Waschbecken geduscht. Man kann also auch hier während einer wichtigen Sitzung gleichzeitig duschen. Nur ein Handicap gibt es hier: Wenn man sich zu doll nach links wendet, dann kippt das Klo, (im Fall, wo man sich der Kanne bedienen möchte, die steht nämlich links).

Im andern Fall, wenn man es richtig macht und die linke Hand für die Hygiene der Rosetta nutzt, dann ist eine Schräglage nach rechts kaum möglich, da man sonst den Drehknopf für  die Intimbereichdusche leicht schmerzend im Oberschenkelbereich zu spüren bekommt. Irgendwie klappt es aber doch immer wieder. Diese Rosetta-Dusche finde ich echt der Hammer. Frisch wie der Frühling steige ich dann nach erledigten  Dingen aus der Nasszelle.  Ich erzähle ihr, wie toll ich die kleine Dusche finde und sie versteht mich nicht. So muss ich ihr live zeigen was ich meine. Sie verdreht die Augen und erklärt mir, dass sie das gar nicht gewusst habe, sie habe sich schon immer gewundert, was dieser Schlauch da soll. Jaaa, liebe LeserInnen, was soll man dazu sagen? …Auf steigt der Strahl…  aus dieser kleinen  Dusche und… wie geht es doch gleich weiter?

Auf steigt der Strahl, und fallend gießt
Er voll der Marmorschale Rund,
Die, sich verschleiernd, überfließt
In einer zweiten Schale Grund;

Die zweite gibt, sie wird zu reich,
Der dritten wallend ihre Flut,
Und jede nimmt und gibt zugleich
Und strömt und ruht.”      Conrad Ferdinand Meyer

Das ist jedenfalls jeden Tag was Erfreuliches.