Gewichtig sein
Sonntag, 22. Februar 2009Ein halbes Jahr ist bereits ins Land gezogen. Morgen werde ich wieder an die Front gehen. Das heisst, ich habe sozusagen wieder alle meine regulären Klassen. Ob das gelingen wird? Ich lasse mich immer noch hin und her wanken mit der Frage: Wozu bin ich gedacht? Was muss ich tun? Ein Kurs? Eine Ausbildung? Webpublishing? Alles kostet.
Alles ist Energie und das Geld will eingeteilt sein, so wie meine Energien und deine Energien auch.
Inzwischen habe ich mich erneut auf ein sehr gewichtiges Gewicht hochgeschwungen. Wieso muss ich denn so gewichtig sein? Weshalb erlaubt es mir keine Massnahme, keine Diät, meine abgemagerten Fettzellen nicht wieder aufzufüllen. Welches Programm steckt dahinter? Es kommt mir vor, wie wenn ich dauernd mein Gewicht halten müsse, damit ich nicht abhebe, damit ich nie wieder verhungere.
Hunger, das kannten beide Teile meiner Eltern, und betteln. Ist dieses sich vollfressen ein archaisches Benehmen? So bald was zu futtern da ist, muss zugegriffen werden, denn keiner weiss, wie lange es dauert, bis es wieder mal was zu beissen gibt. Oder ist es wirklich die unverdaute Trauer?
Ob Familienstellung endlich Licht in die Sache bringen könnte? Welchen Vorteil habe ich mit soviel Gewicht? Bin ich so gewichtig, so wichtig? Noch nie in meinem Leben war ich so schwer. Ich habe im letzten Jahr 30 Kilo zugelegt. Wie soll das weitergehen. An Disziplin fehlt es mir nicht. Aber, sobald der Übergang in den Alltag kommt und ich selbst entscheiden muss, was mir, meinem Körper und Geist wirklich gut tut, dann habe ich nicht die Fähigkeit mir liebevoll zu sorgen.

