Die letzte Woche hat ihren Lauf für mich begonnen. Noch 4 Tage in der Schule. Am Wochenende haben wir unsere Zeit zwei Mal auf dem Markt verbracht, vor lauter Schock vergassen wir Fotos von den Affenköpfen zu machen, die da fein säuberlich aufgereiht waren. Wie überall sind wir selbstverständlich die ersten Kundinnen, so säuselt man uns die Ohren voll. Es gäbe tausend Sachen, die ich kaufen möchte. Auch wenns niemand glaubt, auch ich achte meine Geldressourcen. Alle meine Wünsche können nicht beachtet werden.
Witzig war vor allem noch die Geschichte mit dem Ananassaft. Am Samstagabend gingen ich und Elli mit Alpha in den Ausgang. In einem sehr belebten Quartier mit lauter Musik setzten wir uns hernieder um die folgenden 45 Minuten in Schweigen zu verbringen. Eine Kommunikation ist in so lauter Umgebung kaum möglich. Jedenfalls bekamen wir nach 15 Minuten unseren bestellen jus d’ananas en boite. Wir staunten so ziemlich. Wir bekamen je eine Konservenbüchse vor die Nase gestellt. Um nicht aufzufallen, wir fallen ja so schon auf, taten wir so, wie wenn wir afrikanisch wären und warteten auf die Dinge, die da kommen sollten. Irgendwie musste ja die Büchse geöffnet werden. Tatsächlich kam so ein Muskeltyp in enganliegendem Top mit einer 50cm langen Machete, oder ein Messer mit breiter Spitze. Das Messer senkrecht haltend mit zwei drei kleinen Kraftakten… und die beiden nötigen Schlitze waren gemacht. Ohne Frauengekicher ging das natürlich nicht von statten. Dann fragten wir uns, ob wir jetzt trinken könnten. Zum Glück kam schon nach fünf Minuten nochmals die erste Bedienung und die Gläser gefüllt mit Eis bis zum Rand waren da. Ich bestellte ein Glas ohne Eis, denn wie ihr ja sicher wisst, Eis kann einem Europäer sagenhafte Veränderungen im Magen- und Darmtrakt verursachen. Elli liess ihr Eis drin. Nach weiteren 10 Minuten stand Alpha auf und erreichte, dass auch ich ein Glas bekam. Nun endlich konnten wir uns zuprosten. In der Büchse war also nur Saft, keine Fruchtstücke. Um es klar zu sagen: Es waren 580ml. Erst als Elli ihren Saft schon im Glas hatte, sprach ich sie darauf an, ob sie denn keine Angst hätte, wegen Bakterien und so. Da die auch Gefrierschränke mit Strom versorgt werden, man weiss ja nie, wieviele male die Eiswürfel schon abgetaut waren. Elli hatte nicht mehr daran gedacht, schnell fischte sie die riesigen Eisklumpen wieder heraus.
Bald gingen wir dann wieder. Ich habe bemerkt, dass ich wohl massgebend bin, wann wir einen Platz verlassen sollten oder nicht. Alter geht hier offenbar vor. Ein paar Bilder vom Markt zeigen die Farbenpracht der Stoffe und das Getümmel der Menschen. Ganz witzig für mich:
Hier gibt es tolle Stoffe aus der Schweiz. Gut gibt es auch Etiketten, so weiss man doch, was man in Afrika hat. Der Meter Stoff kostete vier Franken. Ein Baumwoll-Pekiné, sehr leichte Ausführung. Eben fast ein Voile.
Ach und schaut euch das Hotel lac…. an, eines der ältesten Hotel. Da wohnen glaub ich nur noch die Ratten und Schaben drin.